Curacao, 17.11.-3.12.2000

Nach den vielen Reisevorbereitungen waren wir froh, erstmal fuer zwei Wochen in der Karibik entspannen zu koennen. Nach 10 Stunden Flug ueber Amsterdam und Bonaire kamen wir abends in Curacao zwar etwas muede aber auch voller Erwartung an. Von einer nachtblinden Taxifahrerein aus Costa Rica wurden wir vorbei am nachtlichen Schein einer riesigen Raffinerie (Curoil) zu unserer Unterkunft, dem Limestone Beach Resort, gebracht. Dabei dudelte die ganze Fahrt ein leiernder Cassettenrekorder alte Weihnachtslieder - und das bei fast 30 Grad  in der Nacht!
Silvia und Roel begruessten uns mit einem Amstel Bright Bier in ihrem Resort, welches aus 7 Apartments besteht und an der Bucht von Spanish Water liegt, dem "schoensten Flecken der Insel" - welches wir nun auch bestaetigen koennen.
Neben dem Apartment hatten wir einen Mietwagen zur Verfuegung, der in Deutschland allerdings gerade mal als Crashfahrzeug fuer Fuehrerscheinneulinge dienen koennte. Ein uralter Mazda 323 Kombi, der bereits weit ueber 100.000 km gelaufen hatte, kam die Huegel kaum hinauf und die Lenkung knarrte in jeder Kurve. Der Wagen klapperte, als wenn er nur noch mit Draht zusammengehalten wurde und bereitete uns bei Geschwindigkeiten über 80km/h ernste Sorgen. Nachdem dann auch der Keilriemen irgendwann seinen Geist aufgab, bemuehten wir uns um ein Ersatzfahrzeug - ein alter roter Nissan Kombi, der zunaechst einen besseren Eindruck machte. Doch schon bald merkten wir, dass auch dieser Schlitten seine Eigenheiten hatte. Neben dem Radio ging die Klimaanlage nicht und bei Temperaturen von ueber 30 Grad war das ein echtes Handycap. Immerhin haben diverse Klappergerausche  fuer Unterhaltung gesorgt und das defekte Radio ein wenig ersetzt.
Unser Tagesablauf war in den 14 Tagen immer recht aehnlich - viel Essen, Schlafen und Lesen war unsere Hauptbeschaeftigung, ausserdem haben wir unsere Zeit mit Einkaufen, Rudern und diversen Ausfluegen verbracht. Einen Grossteil der Zeit haben wir jedoch der Mueckenabwehr gewidmet. Neben Eidechsen gab es auf der Insel - oder zumindest in unserem Resort - eigentlich auschliesslich nur Muecken. Ob morgens oder abends, Muecken waren allgegenwaertig! Es gab nur eine Chance - den Muecken den Krieg erklaeren!
Wir haben uns also mit Autan bewaffnet, die Terasse mit Citronella Sticks befeuert, die Wohnung mit Anti Muecken Kerzen bestueckt und jeden Abend zusaetzlich das Apartment mit hochgiftigem Gas eingenebelt. Der Erfolg stellte sich dann auch recht bald ein, die Anzahl der Mueckenstiche ging von ca 50 pro Nacht (nicht gelogen!) in den ersten Tagen auf ca. 5 zum Ende des Kampfes herunter. Zum Schluss sind wir also mit einem Remis aus dem Rennen gegangen!
Die Insel an sich besteht aus hauptsaechlich Oedland mit einigem Gruen und vielen riesigen Kakteen. Die Kueste ist sehr felsig und es gibt nur wenige natuerliche Sandstraende. Einige Hotels haben schoene Straende mit Sand und Kokospalmen angelegt und hier liess es sich gut aushalten. Etwas enttauschend sind unsere Schnorchelerlebnisse gewesen, bunte Korallenriffe haben wir jedenfalls in der Naehe der Kuste nicht gesehen!
Den hoechsten Berg der Insel, den Mount Christoffel, haben wir am Sonntag morgen um 07.00 Uhr erklommen und waren nach 1,5 Stunden quaelenden Aufstiegs durch dichtes Dorn- und Gruenzeugs endlich am Ziel - auf sage und schreibe 372m Hoehe! Was sich jedoch so einfach anhoert war angesichts der 30 Grad Hitze (kein Wind!) am Morgen gar nicht mal so einfach! Unsere T-Shirts waren durchnaesst und die Zunge auf den Knien  - so dass wir uns dort erstmal fuer drei Stunden an der Aussicht ueber die Insel erfreut haben.
Etwas kuehler aber auch aehnlich feucht waren die Erfahrungen mit dem Kanu. Mit zwei Booten sind wir regelmaessig durch die Bucht gepaddelt und hatten gegen Wind und Wellen zu kaempfen. Kentern war natuerlich Tabu!
Schoen ist auch die rauhe Nord-Ost Seite der Insel. Die Wellen peitschen Meterhoch gegen die Felskueste und der Wind blaest einem die warme Luft ins Gesicht. In einer Hoehle unter diesen Felsen haben wir diesem Schauspiel fasziniert zugesehen und zugehoert. Ein wahrlich schoener Fleck Erde!
Nach vielen hundert Seiten Lesen, vielen Mueckenstichen und prima Erholung sind wir dann am 3.12. um vier in der Fruehe zum Flughafen gefahren und sagen der Insel erst einmal Tschuess.  Und das naechste Erlebnis, Quito, wartet schon auf uns...

Bilder zu Curacao gibt es HIER!

Quito, 11-12-2000, Internatcafe Sutra